100 Jahre Sonderpädagogische Förderung in Krefeld Uerdingen

 

 Als  im Schuljahr 1911/12 die Hilfsschulklasse an der Uerdinger Nordschule errichtet wurde, heute  Heinrichsschule Körner Str., war dies für  Kinder, die Probleme beim Lesenlernen oder im Rechnen hatten, ein bedeutender Schritt. Fräulein. Alwine  Kropp  leitete  eine  Klasse mit 26 Schülern aus 8 Jahrgängen, in der  Grundwissen für das Leben  vermittelt wurde. Die Volksschulklassen hatten damals  ca. 60 Schüler. „Da war es schwer,  sich individuell um ein Kind zu kümmern, das nicht so schnell lernte.“

Die  Familien hatten  durch die  Umstellung auf dem Arbeitsmarkt  nicht mehr die  Möglichkeiten,  ein schwaches Familienmitglied „durchzufüttern“. Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen waren damals  wie heute notwendig,  um ein  selbstständiges Leben führen zu können. Die  Hilfsschulpädagogik  versuchte, neue, ganzheitliche Wege zu gehen: Lernen  mit allen Sinnen , Lesenlernen mit Gebärden,   lebenspraktischer Unterricht.

Darüber hinaus war die Vermittlung von Sekundärtugenden  von großer Bedeutung, die durch hohe Vermittlungszahlen auf  dem  Arbeitsmarkt  belohnt wurde.

Bis 1928 gab es  1 Klasse, dann 2 Klassen. Unterricht fand an unterschiedlichen Orten statt: an der Burgstr., in einem Seitentrakt  einer Berufsschule  und nach 1949  an der Kurfürstenstr.. Von 1949 bis 1959 stiegen die Schülerzahlen von 60 auf 160.

Ein Neubau am Rundweg wurde 1957 beschlossen. 1958 zogen die ersten 4 Klassen ein, später wurden weitere Klassen angebaut. Heute hat die Schule 9 Klassenräume, 2 Werk-räume, 1 Küche, 1 Gymnastikhalle , 1 Physikraum  und einen Ganztagsanbau  mit  Betreuungsraum und Mensa. Besonders  zu erwähnen ist der Zugang aller Klassen zum Schulgarten.

Im Wechsel der Zeiten wechselte auch die Bezeichnung der Schule: Hilfsschulklasse an der Volksschule, Hilfsschule, Sonderschule, Schule für Lernbehinderte, Förderschule, Kompetenzzentrum Sonderpädagogischer Förderung. Der Name Schule am Uerdinger Rundweg blieb als Merkmal immer gleich.

Die  Ziele sind nicht  so verschieden:  Schüler sollen fit gemacht werden fürs Leben, dass sie  ein selbstständiges  Leben führen  und einer Berufstätigkeit  nachgehen können.

Der pädagogische Weg wurde  variiert. Das  Lernen mit allen Sinnen galt  früher und heute als gangbarer Weg  um Lernblockaden abzubauen. Werken, Hauswirtschaft, Gartenbau  und Sport  sind von  Bedeutung  um den Schülern/innen  Erfolge vermitteln zu können.

Das  Lernen  im Klassenverband soll  u.a.  Selbstvertrauen und Sozialkompetenz vermitteln.  Da nach Möglichkeit nur 2 Lehrer/innen in einer  Klasse arbeiten, kann ein Vertrauens-verhältnis aufgebaut werden. Die Schüler/innen bekommen vielfältige Hilfen auch für die private Lebensgestaltung.

Die  Förderschulkollegen unterrichten heute nicht nur an der Stammschule, sondern sind auch beratend, in der Diagnostik   oder  im Unterricht an Regelschulen tätig mit zielgleicher Förderung  im Rahmen von Gemeinsamem Unterricht, mit zieldifferenter  Förderung in sogenannten  IL-Klassen. Die  Zahl der Stammschüler ist zurück gegangen auf momentan 102, da viele  Schüler/innen an  Regelschulen betreut werden, zur Zeit  78.

Wir haben viele  Kooperationspartner: Schulen, Ämter, Sozialwerk Krefelder Christen.

Von den 27 Lehrer/innen sind 18 vor Ort tätig.

Herr Esser ist der  Konrektor, Frau Scheelen Schulleiterin  seit 1989.

 

 

Krefeld, den 30.8.2012                                      Monika Scheelen

 

Eine Galerie mit Bilder vom Schulfest finden Sie hier.

 

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